Superyachten oder Yachten mit mehr als 24 Metern werden in der Luxus-Yacht-Welt, zu deren Mitgliedern Bill Gates und Roman Abramovich zählen, immer häufiger zum Trend. Doch bis vor kurzem lagen diese Schiffe nach spanischem Recht in einem Graubereich. Hier gab es unklare Regeln im Bezug auf ihre Lizenzierung und Regulierung.

Darüber hinaus wurde mit der neuen SOLAS-Konvention, einem internationelen Regelwerk für Freizeitschiffe, eine Menge Unsicherheit über Regeln für Kapitäne von Mega-Yachten oder Schiffe über 24 Metern beseitigt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass zwischen Booten und Schiffen unterschieden wurde. Dabei wurde ersteres rechtlich weniger als 24 Meter lang und mit einer Bruttotonnage von weniger als 3000 gt. definiert. Unter diesem Maßstab würden Superyachten als Schiffe klassifiziert und unterliegen daher strengeren Regeln.

Mabrouk Superyacht

Superyacht Mabrouk

Weitere Verdeutlichung

Im vergangenen Monat wurde von der spanischen Regierung eine Gesetzesänderung durchgeführt. Diese sieht eine größere Regulierung der Superyachten vor – in Anlehnung an ein ähnliches britisches Regelwerk. Was wie große Probleme für Yachtbesitzer klingt, ist eigentlich eine Klärung des Fachjargons für Eigentümer von Superyachten. Es erweitert die bestehenden Rechtsvorschriften über Freizeitboote auf Yachten mit über 24 Metern Länge und klassifiziert diese als Buques de recreo oder Freizeitboote.

 

Mangusta 108 Superyachten

Mangusta 108 Superyacht

Damit wird die durch die neue internationale Regelung verhängte Beschränkung unter Beibehaltung der Bestimmungen über Yachten mit einer Länge von weniger als 24 Metern umgangen. Zuvor mussten Superyacht-Besitzer eine professionelle Segellizenz haben, da Superyachten gesetzlich als Schiffe betrachtet wurden.

Zu beachten ist, dass trotz der Beseitigung von Beschränkungen bezüglich der Länge der Schiffe, die als Freizeitschiffe gelten, eine Superyacht eine Bruttotonnage von weniger als 3000 gt haben muss.

Aber was heißt das für Superyachtbesitzer in Spanien?

Diese Regeln gelten nur für spanisch gekennzeichnete bzw beflaggte Schiffe und Personen mit Wohnsitz in Spanien. Wenn Sie ein britisch beflaggtes Schiff besitzen, benötigen Sie nur ein Yacht Masters Certificate mit einer Übersetzung ins Spanische oder eine ICC (International Certificate of Competence). Darüber hinaus gelten die neuen Regeln nicht für Segelschiffe, die an Regatten teilnehmen, kleine Boote, hölzerne Boote oder historische Segelboote.

Azimut 116 Superyacht

Azimut 116 Superyacht

Das bedeutet, dass die Superyacht-Eigentümer nur noch die Capitán-de-yate-Lizenz erwerben müssen, die höchste Freizeitbootlizenz. Sie ist leichter zu erlangen als die professionelle Lizenz, die erforderlich ist, um ein kommerzielles Schiff zu führen. So eine Lizenz erlaubt es Yachtbesitzern,, überall auf der Welt zu segeln.

Allerdings ist zu erwähnen, dass es auch viel Engagement erfordert, die höchste Lizenz, die für unlimitiertes Segeln benötigt wird, zu erhalten. Um eine Superyacht zu chartern, müssen Sie im Besitz von folgenden Dokumenten sein:

  • Patrón de Yate Lizenz (Yachten bis zu 24 Metern lang und 150 Meilen Segeldistanz von der Küste)
  • PER Lizenz (Yachten bis zu 15 metern Länge und 12 Meilen Segeldistanz von der Küste)

Jeder dieser Lizenzen – auch die Capitán de yate Lizenz – erfordert zusätzliche Anforderungen wie zum Beispiel medizinische Tests und praktische und theoretische Examen. Was man tun muss, um diese zu erhalten, können sie hier genauer erfahren.